Termine

3. Int. Afrika Festival

Festplatz Tübingen

Europastraße (Paul-Horn Arena)

Do. 09. bis So. 12. August 2012

 

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Grussworte von Prominenten

ehe. Bundespraesident Horst Koehler

Schriftliches Grußwort vom ehemaligen Bundespräsident Horst Köhler anlässlich des „1. Internationalen Afrika-Festivals Tübingen“ am 5. Juni 2010

Afrika und Europa sind Nachbarn. Jeder von uns weiß: Gute Nachbarschaft muss gelebt werden. Das erfordert das Engagement der Menschen auf beiden Kontinenten. Darum finde ich es gut, dass nun auch in Tübingen ein Internationales Afrika-Festival stattfindet. Hier werden sich Anfang Juni viele Menschen von beiden Kontinenten begegnen. Eine Universitätsstadt wie Tübingen lebt vom kulturellen Austausch, von Kommunikation, die die Grenzen von Geographie, Nation und Religion überwindet. Wie sehr sich Tübingen über das Festival hinaus für den Austausch mit Afrika engagiert, zeigt auch die Städtepartnerschaft mit Moshi in Tansania, die gegenwärtig vorbereitet wird.

Ich freue mich über das wachsende Interesse hierzulande an Afrika. Dieser Kontinent ist im Aufbruch. Das Schönste dabei ist, dass die Menschen ihre eigene Kultur wiederentdecken. Ich glaube, das gibt Selbstvertrauen und Kraft, und die Partnerschaft mit Afrika gewinnt damit Tiefe und Inspiration.

Ein Afrika-Festival mit Musik, Theater, Basar, Film- und Kinderprogramm ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, einander kennen zu lernen. Ich wünschte mir, so etwas hätte es schon gegeben, als ich in Tübingen studiert und gearbeitet habe.

Ich danke den Organisatoren des Tübinger Afrika-Festivals, der „Cameroon North West Development Association“ und dem „Ghana Verein Tübingen“. Das ehrenamtliche Engagement der in diesen Vereinen wirkenden Menschen verdient hohe Anerkennung. Ich hoffe, dass es viele Nachahmer findet.

Dem 1. Internationalen Afrika-Festival in Tübingen wünsche ich rege Beteiligung, viele gute Gespräche und erfreuliche Begegnungen, den Besuchern viel Freude und den Veranstaltern ein gutes Gelingen.

Horst Köhler

Download Original-Grußwort

Oberbürgermeister Stadt Tuebingen

Boris Palmer
Oberbürgermeister der Universitätsstadt Tübingen

Grußwort zum 1. Afrika-Festival Tübingen

In der Vorbemerkung zu seinem Buch „Afrikanisches Fieber“ hat es der polnische Journalist und Schriftsteller Ryszard Kapuściński so formuliert: „Dieser Kontinent ist zu groß, als daß man ihn beschreiben könnte. Er ist ein regelrechter Ozean, ein eigener Planet, ein vielfältiger, reicher Kosmos. Wir sprechen nur der Einfachheit, der Bequemlichkeit halber von Afrika. In Wirklichkeit gibt es dieses Afrika gar nicht, außer als geographischen Begriff.“

Dennoch sollten wir nichts unversucht lassen, diesen Kontinent, dieses „Afrika" in seiner ganzen Vielgestaltigkeit, in all seinen Facetten wahrzunehmen. Wir sollten einen realistischen Blick für diesen Erdteil entwickeln, der uns in seiner ganzen Fülle seit jeher fasziniert, mit seinen Problemen und Herausforderungen besorgt, gleichzeitig aber mit seinem Geist des Aufbruchs, der Dynamik und der Reformbestrebungen beeindruckt. Vor allem fasziniert uns Afrika mit seinem enormen kulturellen Reichtum und seiner uralten Kulturgeschichte.

Eine schöne Gelegenheit, die kulturelle Gegenwart und Tradition Afrikas kennenzulernen, bietet uns nun das Afrika-Festival, das zum ersten Mal in Tübingen über die Bühne geht. Es gibt vieles zu entdecken: Kunst und Kunsthandwerk, Musik und Tanz, Workshops, Informationsveranstaltungen und, nicht zuletzt, ein reiches kulinarisches Angebot. All das lädt dazu ein, den Blick gleichzeitig auf die Buntheit afrikanischen Lebens zu lenken.

Liebe Besucherinnen und Besucher des Festivals: Seien Sie offen und neugierig! Sie werden vieles Neues entdecken, Anregungen und Anstöße finden und vor allem die Gelegenheit zur persönlichen Begegnung und zum Gespräch haben. Nutzen Sie sie! Wie, wenn nicht im Dialog, lässt sich zwischen Menschen verschiedener Kulturen voneinander lernen?

Die Universitätsstadt Tübingen hat soeben selbst einen neuen Weg in diese Richtung bestritten: Wir sind dabei, eine städtepartnerschaftliche Kooperation mit der Stadt Moshi in Tansania zu etablieren. Es ist schön, dass dieses Projekt und diese Stadt auch beim Afrika-Festival Berücksichtigung finden. Auch deshalb freue ich mich, dass dieses Festival gerade hier in Tübingen vielen Menschen die Möglichkeit bietet, das Potential der afrikanischen Kulturen, Traditionen und Menschen kennenzulernen.

Ich bedanke ich mich bei den Initiatoren des Afrika-Festivals für Ihr Engagement; mögen Sie und die Künstler und Marktbeschicker viel Erfolg haben. Dem Publikum wünsche ich inspirierende Begegnungen mit Afrika.

Boris Palmer

Dr. Boniface Mabanza Bambu

Dr. Boniface Mabanza Bambu

Afrika wird oft nur als ein Problem-Kontinent dargestellt. Diese Darstellung ist reduktionistisch. Sie übersieht den Reichtum und die Vielfalt afrikanischer Wirklichkeiten und nimmt die vorhandenen Potentiale für die Lösungsansätze nicht nur für die Probleme Afrikas, sondern auch für einen signifikanten Beitrag Afrikas zur Lösung globaler Probleme nicht wahr. Ja, Afrika hat Probleme, aber auch die Potentiale, sie zu lösen. Bis jetzt konnten diese Potentiale aufgrund struktureller Hindernisse nur selten zur Geltung kommen. Es ist Ziel meines politischen Engagements, dazu beizutragen, der Außenorientiertheit und der neokolonialen Durchdringung in den wirtschaftlichen und politischen Strukturen afrikanischer Länder ein Ende zu setzen, die unheilvolle Allianz zwischen korrupten lokalen Eliten und dem auf Plünderung ausgerichteten internationalen Kapital zu brechen. Mein Traum ist ein Afrika, in dem die Stimmen der dort lebenden Menschen hörbar und mitbestimmend werden, ihre Kreativität zum Ausdruck kommt und in ein selbstbewusstes Auftreten afrikanischer Länder auf der internationalen Bühne einfließt.

Um der Verwirklichung dieses Traumes ein Stück näher zu kommen sind Foren wie das Erste internationale Afrika-Festival von Tübingen und das Vierte Afrika-Festival von Reutlingen wertvoll. Sie zeigen die facettenreichen Seiten des afrikanischen Kontinents und werben für eine neue Sensibilität für die Wahrnehmung Afrikas und seiner Zukunft.

In diesem Sinne begrüße ich die Besucher des Ersten Internationalen Afrika-Festivals von Tübingen.

Boniface Mabanza Bambu

Kurt Gerhardt Journalist im WDR

Kurt Gerhardt
Journalist im WDR- Hörfunk von 1968 bis Ende 2007. Ehemaliger Landesbeauftragter des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) im westafrikanischen Niger. Mitbegründer der politischen Initiative "Grundbildung in der Dritten Welt" und des Vereins "Makaranta e.V." zur Förderung der Grundbildung in Afrika. Er ist Mit-Initiator des "Bonner Aufrufs - Für eine andere Entwicklungspolitik!"

Wenn wir wollen, dass Afrika auf einen besseren Entwicklungskurs kommt, muss es mehr Verantwortung übernehmen. Das ist die Kernbotschaft des "Bonner Aufrufs". Wir stehen vor dem Entwicklungsproblem nicht mehr ratlos. China hat den Weg aus der Armut gewiesen. Es ist mit eigener Kraft wirtschaftlich vorangekommen, nicht mit der ausgestreckten Hand. Die ist nur akzeptabel in Zeiten akuter Not, wenn humanitäre Hilfe geboten ist.

Wieso sollten wir Afrika unterstellen, dass es einen solchen eigenen Weg nicht erfolgreich gehen könne! Das heißt nicht, dass wir abseits stehen. Aber eine klare Aufgabenteilung muss gelten. Das beste, was wir für Afrika tun können, ist, die Bildungschancen junger Leute zu verbessern. Aber etwas draus machen, Bildung in materiellen Fortschritt umsetzen, das müssen sie selber.

Und wo, neben der Vermittlung von Fähigkeiten, materielle und finanzielle Mittel nötig sind, muss der Grundsatz sein: Keine Geschenke! Wo Geld verteilt wird, nimmt das Übel gewöhnlich seinen Lauf. Entwicklungshilfe sollte prinzipiell nur noch als Kredit gegeben werden. Das setzt voraus, dass alle entwicklungswilligen Menschen Zugang zu Krediten haben. Dazu muss das bisher erfolgreiche Kleinkreditwesen - auch mit Entwicklungshilfe - so ausgebaut werden, dass es alle Armen erreicht.

Wenn Afrika diesen Weg selbstbewusst und tatkräftig geht, wird es nicht nur zu Wohlstand gelangen, sondern auch seine Würde zurückgewinnen.

Kurt Gerhardt

Dr. Gisela Schneider

Dr. Gisela Schneider
Direktorin des Difäm – Deutsches Institut für Ärztliche Mission in Tübingen

Partnerschaft – die Basis für gute Gesundheit
Wir sind nicht für Menschen, sondern mit ihnen unterwegs. Unsere weltweite Gesundheitsarbeit im Difäm - Deutsches Institut für Ärztliche Mission basiert auf Partnerschaft. Beim 1. Afrika Festival in Tübingen zeigen wir, was dies konkret bedeutet. Am Infostand und auf dem Podium berichten wir von unseren Projektpartnern in Moshi, der Partnerstadt Tübingens in Tansania. Gleichzeitig begehen wir am Samstag, den 5. Juni, die bundesweite Nacht der Solidarität des Aktionsbündnis gegen AIDS, um darauf aufmerksam zu machen, dass noch immer Millionen Menschen keinen Zugang zu Aidsprävention und Aidsbehandlung haben. Das 1. Afrika Festival Tübingens bietet Ihnen ein breites Angebot, um der Vielfalt Afrikas näher zu kommen: Musik, Tanz, Information, Diskussion, afrikanische Speisen und einen afrikanischen Gottesdienst. Wir freuen uns sehr auf dieses Ereignis und auf Ihren Besuch.

Dr. Gisela Schneider

Gemeinderat Ottersweier

Emile Yadjo-Scheuerer
Gemeinderat Ottersweier

Zum ersten Mal findet in Tübingen das internationale Afrika-Festival statt. Auf Einladung des Organisationsteams darf ich an diesem Festival als Gemeinderat von Ottersweier teilnehmen. Seit Oktober 1999 lebe ich in dieser wunderschönen Gemeinde im Herzen Badens.

Von Anfang an habe ich versucht, mich in Schule und Sport zu engagieren und somit in die Gemeinschaft einzubringen. Es ist mir schneller gelungen, als ich je gedacht hätte, Anerkennung zu finden und in verschiedene Ämter gewählt zu werden. Vom Klassensprecher zum Schülersprecher an verschiedenen Schulen bis hin zum Gemeinderat in Ottersweier verlief mein Weg bis heute.
Für mich war es immer wichtig, einen Standpunkt zu haben. Aber noch wichtiger war es meinen Standpunkt zu ändern, um mich in neuen Gemeinschaften integrieren zu können. Aus dieser Position heraus versuche ich immer im Sinne der Gemeinschaft etwas positiv zu verändern.
So wie ich mich in meiner Gemeinde einbringen konnte, ist dieses Festival einerseits die Chance, dass sich die Kulturen in Tübingen in den verschiedenen Gemeinschaften integrieren können, anderseits besteht die Möglichkeit, den Kontinent Afrika in seiner ganzen Vielfalt kennen zu lernen.
Dazu wird natürlich auch die erste Fußball-WM auf afrikanischem Boden einen großen Beitrag leisten.

Es wäre sehr schön, wenn ganz Afrika durch die Beachtung der ganzen Welt
gestärkt und selbstbewusst in die Zukunft blicken könnte.
Dies würde sich z.B. in mehr Eigeninitiative und Selbsthilfe und der Veränderung von Standpunkten zeigen.
Ich wünsche dem Festival einen harmonischen Verlauf und den Teilnehmern wünsche ich vielfältige neue Eindrücke und Ideen für das Zusammenwachsen verschiedener Kulturen. Vielleicht können wir uns in den nächsten Jahren wieder hier begrüßen, wenn das Festival zur Tradition geworden ist.


Emile Yadjo-Scheuerer
Gemeinderat Ottersweier

Friedemann Bresch

Friedemann Bresch
evang. Pfarrer in Tübingen-Kilchberg und Tübingen-Bühl

Afrika – vor meinem inneren Auge tauchen Farben auf, Rhythmen und Menschen, die Lebensfreude, Herzlichkeit und Gastfreundschaft verströmen.
Seit 6 Jahren verbindet den evangelischen Kirchenbezirk Tübingen eine Partnerschaft mit dem Kirchendistrikt East Mungo South in Kamerun. In dieser Zeit sind zahlreiche geschwisterliche Beziehungen entstanden. Sie bereichern uns gegenseitig. Afrika ist kein hoffnungsloser Kontinent. Die Menschen in Afrika haben eine beeindruckende Lebenskraft. Ihre Freude, ihre Offenheit und ihr Glaube stecken jede/n an, der/die sich darauf einlässt. Ich wünsche mir, Deutschland hätte etwas mehr davon.

Deshalb freue ich mich auf das Afrika-Festival in Tübingen. Ich freue mich auf Farben und Gerüche, auf Musik und Tanz und vor allem auf viele inspirierende Begegnungen. Und ich freue mich auf den ökumenischen Gottesdienst, den wir am Sonntag um 11 Uhr auf dem Festplatz feiern werden. Wir bereiten ihn vor in einer Gruppe von Menschen, die über alle Grenzen von Hautfarbe, Nation und Konfession sich verbunden wissen in der Gemeinschaft der Kinder Gottes.

Friedemann Bresch

Volker Seitz

Volker Seitz
Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen für das Auswärtige Amt in Deutschland tätig, davon war er 17 Jahre lang in mehreren Ländern in Afrika eingesetzt. Von 2004 bis 2008 war er deutscher Botschafter in Kamerun.

Wichtigstes Anliegen des Afrika-Festivals in Tübingen ist es, nicht nur die Beziehungen zwischen den Völkern Afrikas und Deutschland zu festigen und zu fördern, sondern auch das Verständnis für die Menschen Afrikas in Deutschland zu vertiefen. Diese Ziele unterstütze ich gerne. Afrika ist ein faszinierender Kontinent, der von freundlichen, dem Leben zugewandten Menschen bewohnt wird. Afrika ist nicht nur der Kontinent der Kriege, Krankheiten und Katastrophen, sondern auch der Kontinent beeindruckender Landschaften, reicher Kulturen und gastfreundlicher Menschen.
 
Wenn noch mehr Politiker Afrikas erkennen, dass sie Kritik dulden und ihren Bürgern demokratische Freiheiten gewähren müssen, werden Afrikaner aus eigener Anstrengung ihr Leben in die Hand bekommen. Die demokratisch gesinnte Bevölkerung wünscht sich rechtsstaatliche Verhältnisse und eine wirtschaftliche Zukunft im eigenen Land. Dafür ist aber die Entwicklungsorientierung und Verantwortung der politischen Eliten in Afrika unabdingbar.
 
Es ist die  Aufgabe der Afrikaner die Entwicklung voranzutreiben, aber es ist unsere Aufgabe, dort, wo Eigenverantwortung im Vordergrund steht, daran teilzuhaben.
 
Deutsche Besucher des Festivals werden die positive Einstellung und die intensive Lebensfreude unserer afrikanischen Freunde kennen lernen. Afrika ist aber mehr als Trommeln und Tanzen. Der Nachwuchs an guten Fußballern und Musikern ist unerschöpflich, manche haben es auch zu Weltruhm gebracht.
Aber es gibt z.B. auch viele angesehene Wissenschaftler, Literaten, Modeschöpfer und Künstler.
 
Ich freue mich, dass beim 1. Afrika-Festival in Tübingen auch afrikanische Kultur lebendig und lebensfroh vermittelt werden wird.
 
Volker Seitz, ehemaliger Botschafter u.a. in Benin, Kamerun, Äquatorialguinea und Zentralafrikanische Republik; Autor des Buches „Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann“ (aktualisierte und erweiterte 4. Neuauflage April 2010)
 
Herzliche Grüße
Volker Seitz